Stadt will Welterbe-Vermittlung neu planen – Baukosten waren auf rund 21 Millionen Euro gestiegen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stoppt vorerst den geplanten Neubau des Informationszentrums auf der Mathildenhöhe. Oberbürgermeister Hanno Benz und Stadtplanungsdezernent Paul Georg Wandrey kündigten am Montag, 17. August, ein zunächst befristetes Moratorium an. Statt die bisherige Planung fortzuführen, soll zunächst ein neues Konzept für die Vermittlung des UNESCO-Welterbes entstehen.
Die ursprünglichen Planungen für ein Besucher- und Informationszentrum reichen bis 2016 zurück. 2019 beschloss die Stadt einen Neubau mit rund 1.500 Quadratmetern Nutzfläche auf dem Osthang. Die damaligen Kosten wurden mit etwa 6,2 Millionen Euro angegeben.
Nach der Aufnahme der Mathildenhöhe in die UNESCO-Welterbeliste 2021 machten Auflagen unter anderem zu Bauflächen, Höhe und Gestaltung eine Neuplanung notwendig. Trotz einer Verkleinerung stiegen die kalkulierten Baukosten auf rund 21 Millionen Euro.
Neubau des Informationszentrums wird neu bewertet
Nach Angaben der Stadt fehlt bislang zudem ein eigenständiges Vermittlungskonzept, aus dem Anforderungen an Räume, Inhalte und Zielgruppen abgeleitet werden können. Hinzu kommen erhebliche Sanierungsbedarfe auf der Mathildenhöhe. Für das Oberhessische Haus, das Ernst-Ludwig-Haus, den Hochzeitsturm, den Bacchusbrunnen und weitere Bauwerke werden rund 15,6 Millionen Euro veranschlagt.
„Wir stellen die Reihenfolge richtig, bevor weitere Mittel gebunden werden“, erklärt Benz. Zunächst solle geklärt werden, welche Form der Welterbe-Vermittlung tatsächlich benötigt werde.
Geprüft werden sollen künftig zentrale, dezentrale, digitale oder temporäre Lösungen. Auch vorhandene Strukturen sowie die benachbarten Welterbestätten Grube Messel und Kloster Lorsch sollen in ein regionales Konzept einbezogen werden. Erst danach soll über einen möglichen Neubau entschieden werden.
Auch der Osthang soll weiterentwickelt werden. Nach Angaben der Stadt ist dort eine maßvollere und stärker in die Umgebung integrierte Bebauung vorgesehen.
(Darmstadt – RED/PM/Frank Horneff, Dr. Marcus Stippak)
Beitragsbild: Infopoint Mathildenhöhe, ©Darmstadt-Marketing Anna-Schuetz

