Fahrzeuge und Spezialtechnik im Wert von rund 1,8 Millionen Euro offiziell in Dienst gestellt
Der Kreis Groß-Gerau hat den Katastrophenschutz weiter ausgebaut und am Kreisschulungszentrum in Groß-Gerau neue Einsatzfahrzeuge und Spezialgeräte offiziell in Dienst gestellt. Insgesamt investierte der Kreis rund 1,8 Millionen Euro in die neue Ausstattung. Die Beschaffungen erfolgten auf Grundlage der Bedarfs- und Entwicklungsplanung und wurden gemeinsam mit den Kommunen sowie den Hilfsorganisationen abgestimmt. Die Fahrzeuge stehen sowohl für den Katastrophenschutz als auch für die örtliche Gefahrenabwehr zur Verfügung.
Im Fokus der Investitionen stehen insbesondere die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Nach den Erfahrungen der Flutkatastrophe 2021 sowie mehrerer Wald- und Vegetationsbrände wurden erneut spezielle Fahrzeuge für solche Einsatzlagen angeschafft. Wie dringend diese benötigt werden, zeigt sich bereits jetzt: Die beiden neuen Tanklöschfahrzeuge für Vegetationsbrände waren bereits sechsmal im Einsatz, noch bevor sie offiziell übergeben wurden.
Landrat tauft neues Rettungsboot „Manta“
Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt und sein Stellvertreter Andreas Möstl begrüßten gemeinsam mit Landrat Thomas Will Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen sowie der Hilfsorganisationen zur offiziellen Fahrzeugübergabe.
Eine besondere Rolle übernahm der Landrat bei der Taufe des neuen Rettungsbootes „Manta“. Gemeinsam mit Laura Pfeifer von der DLRG Rüsselsheim gab er dem Boot offiziell seinen Namen. Das neue Wasserrettungsfahrzeug ersetzt ein veraltetes Boot der DLRG Rüsselsheim und wird künftig gemeinsam mit den DLRG-Ortsgruppen Raunheim und Kelsterbach im zweiten Wasserrettungszug des Kreises eingesetzt.
Spezialfahrzeuge für Waldbrände, Hochwasser und Unwetter
Die beiden neuen Tanklöschfahrzeuge sind speziell für Wald- und Vegetationsbrände in schwer zugänglichem Gelände ausgelegt. Dank ihrer Geländegängigkeit können sie auch Einsatzorte ohne befestigte Straßen erreichen. Darüber hinaus sind sie für Hochwasserlagen geeignet und können überflutete Straßen mit bis zu 1,20 Metern Wassertiefe befahren. Stationiert sind die Fahrzeuge bei den Feuerwehren in Biebesheim und Rüsselsheim-Bauschheim.
Für großes Interesse sorgte außerdem der ferngesteuerte Löschroboter „Wolf R1“. Das Spezialfahrzeug kommt insbesondere auf munitionsbelasteten Flächen oder bei gefährlichen Industrie- und Tiefgaragenbränden zum Einsatz, wenn ein Einsatz für Feuerwehrkräfte zu riskant wäre. Stationiert ist der Roboter bei der Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg.
Mehr Löschwasser und moderne Einsatzleitung
Zur Verbesserung der Löschwasserversorgung wurden außerdem zwei Abrollbehälter mit jeweils 10.000 Litern Fassungsvermögen sowie ein Wassertransportwagen mit 15.000 Litern Kapazität beschafft. Die Fahrzeuge kommen vor allem bei Wald- und Großbränden zum Einsatz und können im Krisenfall auch die Trinkwasserversorgung unterstützen. Alle Systeme wurden bereits bei ersten Einsätzen genutzt.
Ergänzt wird die neue Ausstattung durch einen modernen Einsatzleitwagen für den Rettungsdienst, der bei größeren Schadenslagen die mobile Führungsstelle bildet. Hinzu kommt ein weiterer Einsatzleitwagen für Bereitstellungsräume des Rettungsdienstes, der künftig bei der DRK-Ortsvereinigung Raunheim stationiert ist und ein älteres Einsatzfahrzeug ersetzt.
Mit den Investitionen stärkt der Kreis Groß-Gerau seine Einsatzfähigkeit bei Naturkatastrophen, Großschadenslagen und außergewöhnlichen Einsatzsituationen nachhaltig.
(KREIS GROSS-GERAU – PSKGG)
