Vier Meter hoher Lärmschutzwall schafft zugleich neuen Lebensraum – Bund übernimmt 90 Prozent der Kosten
Die Naturdüne in Griesheim ist offiziell eingeweiht. Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl stellte den begrünten Lärmschutzwall im Wohngebiet Südwest am Donnerstag, 20. August, vor. Die vier Meter hohe Anlage trennt die Wohnbebauung von den angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben und soll zugleich Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten.
„Mit dem Lärmschutzwall in Form einer Naturdüne wurde ein besonderer Mehrwert für die Natur im westlichen Griesheim geschaffen“, sagte Krebs-Wetzl. Neben dem vorgeschriebenen Lärmschutz entstehe damit „gleichzeitig ein Lebensraum für viele verschiedene Arten“.
Naturdüne in Griesheim ist 240 Meter lang
Die Düne ist vier Meter hoch, 14 Meter breit und einschließlich der Stirnseiten 240 Meter lang. Verbaut wurden rund 6.000 Kubikmeter Sandboden und 1.000 laufende Meter Gabionen. Bepflanzt wurde die Anlage mit einer Sandtrockenrasenmischung aus rund 100 Arten sowie Wildrosen und Sanddorn. Die verwendete Mischung kommt nach Angaben der Stadt auch natürlich in den Griesheimer Dünen vor, ist insektenfreundlich und benötigt wenig Pflege.
Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 850.000 Euro. 90 Prozent werden über das Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) finanziert, zehn Prozent trägt die Stadt Griesheim. Der ursprüngliche Kostenanschlag lag bei rund 1,39 Millionen Euro.
Die eigentliche Bauzeit dauerte knapp sechs Monate: vom 14. April bis zum 24. Oktober 2025. Die Projektlaufzeit reicht von der Förderzusage am 18. November 2020 bis zum Ende des Bewilligungszeitraums am 31. Dezember 2026.
Lärmschutz zwischen Wohngebiet und Bauernhöfen
Die Lärmschutzeinrichtung ist eine Vorgabe aus dem Bebauungsplan für das Wohngebiet Südwest. Zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben und der Wohnbebauung liegen nur rund 30 Meter. Laut Lärmschutzgutachten wäre ohne Lärmschutz ein Mindestabstand von 120 Metern erforderlich, um nachts einen Wert von 40 Dezibel (A) einzuhalten.
„Die Naturdüne vereint drei Funktionen: Lärmschutz, öffentliche Grünfläche und Naturraum“, sagte Projektleiter Matthias Dorweiler. Durch die Bundesförderung würden zudem die Anwohnenden finanziell entlastet. Ohne die Förderung hätten sie nach Angaben der Stadt einen erheblichen Teil der Erschließungskosten für den vorgeschriebenen Lärmschutz tragen müssen.
Das Vorbild für die Anlage ist das FFH-Naturschutzgebiet „Griesheimer Düne“. Dadurch soll der notwendige Lärmschutz mit einer öffentlich nutzbaren Grünfläche und einer vergleichsweise geringen Barrierewirkung verbunden werden.
Baumallee an der Anne-Frank-Straße folgt im Herbst
Obwohl die Naturdüne in Griesheim fertiggestellt ist, sind die Arbeiten im Umfeld noch nicht vollständig abgeschlossen. Im Herbst soll entlang der Anne-Frank-Straße eine Baumallee als Sichtschutz entstehen. Vorgesehen sind 28 Bäume, darunter Feldahorn, Französischer Ahorn, Mehlbeere und Maulbeerbaum.
Die Bäume werden über das Bundesförderprogramm „NKK – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ mit 80 Prozent gefördert.
Weitere Informationen
Informationen zur Griesheimer Naturdüne und zum Förderprojekt:
www.griesheim.de/wohnen-umwelt/
(RED/PM/Verena Brückmann)
Beitragsbild: Stadt Griesheim

