Initiative „Klimaaktiv“ entsiegelt Flächen und schafft Lebensräume für Insekten
Wo sich am Groß-Gerauer Stadthaus früher eine versiegelte Fläche befand, blüht und grünt es inzwischen. Das knapp 30 Quadratmeter große Areal wurde entsiegelt, das Pflaster entfernt und durch Erde ersetzt. Mittlerweile sind die ausgesäten Samen aufgegangen und die Pflanzen bieten Nahrung und Lebensraum für Insekten.
Bürgermeister Jörg Rüddenklau sowie Sabine Ziegler und Christine Haddad von der Initiative „Klimaaktiv“ freuen sich über die Entwicklung der Fläche. Dabei geht es nicht nur um ein grüneres Stadtbild.
„Versiegelte Flächen heizen sich stark auf, das spüren wir insbesondere im Sommer“, erklärt Rüddenklau. Begrünte Flächen seien deutlich kühler, förderten die Biodiversität und ermöglichten die Versickerung von Regenwasser. Gerade mit Blick auf den Klimawandel und stärkere Regenereignisse gewinne dies an Bedeutung.
„Klimaparcours“ soll Maßnahmen sichtbar machen
Die Initiative „Klimaaktiv“ setzt sich gezielt für die Entsiegelung von Flächen ein und beteiligt sich auch praktisch an der Anlage und Pflege neuer Beete. Langfristiges Ziel ist ein „Klimaparcours“, der unterschiedliche Maßnahmen zum Klimaschutz im Groß-Gerauer Stadtgebiet sichtbar macht.
„Die Beete sollen inspirieren und zeigen, wie Pflanzen uns helfen, den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen“, erklären Sabine Ziegler und Christine Haddad. Die Grünflächen sollen klimaangepasst, pflegeleicht und biodivers bepflanzt werden. Gleichzeitig sollen sie Anregungen für eine klimafreundliche Gestaltung privater Gärten und Balkone geben.
Weitere Flächen werden im Herbst bepflanzt
Am Stadthaus soll es nicht bei der bisherigen Blühfläche bleiben. Für den Herbst sind weitere Pflanzungen vorgesehen. „Klimaaktiv“ will in Abstimmung mit dem städtischen Fachdienst Straßenbau und Grünflächen geeignete Stauden, Gräser und Wildblumen auswählen und die Kosten übernehmen.
Neu gestaltet werden sollen neben der Fläche am Stadthaus auch das Mittelbeet am Jahn-Denkmal an der Friedrich-Ebert-Anlage/Ecke Jahnstraße sowie eine Baumscheibe in der Darmstädter Straße.
Bei einigen Grünflächen unterstützen bereits Gewerbetreibende mit Pflegepatenschaften. Weitere Patinnen und Paten werden nach Angaben der Initiative gesucht. Auch der städtische Bau- und Betriebshof beteiligt sich an der Pflege.
„Hacke & Herz“ kümmert sich um die Beete
„Klimaaktiv“ hat bereits mehrere Flächen in Groß-Gerau neu gestaltet. Dazu gehören das Sandbienen-Habitat auf dem Albrecht-Dürer-Platz gegenüber dem Friedhof Klein-Gerauer Straße, Flächen am Jahn-Denkmal und in der Nähe des Historischen Rathauses sowie Beete am Schöneckenplatz und in der Helwigstraße.
Am Schöneckenplatz wachsen beispielsweise Wollziest, Heiligenkraut und Brandkraut. Die trockenheitsresistenten Pflanzen kommen mit heißen und niederschlagsarmen Sommern vergleichsweise gut zurecht. Um die Pflege der verschiedenen Flächen kümmert sich regelmäßig das „Klimaaktiv“-Team „Hacke & Herz“.
„Dieser Einsatz ist das, was ich mir für Groß-Gerau wünsche und vorstelle: Gemeinsam etwas zu tun und die Stadt so voranzubringen“, lobt Bürgermeister Rüddenklau das ehrenamtliche Engagement.
(GROSS-GERAU – RED/PSGG)
Beitragsbild: Auf der entsiegelten Fläche am Groß-Gerauer Stadthaus grünt und blüht es jetzt. Sabine Ziegler und Christine Haddad von der Initiative »Klimaaktiv« in Groß-Gerau sowie Bürgermeister Jörg Rüddenklau (von links) nahmen die Fläche in Augenschein. Im Herbst sollen dort Stauden, Gräser und Wildblumen gepflanzt werden. Foto: Kreisstadt Groß-Gerau/Jörg Monzheimer

