Schülerinnen und Schüler forschen eine Woche in echten Laboren
Seit 20 Jahren öffnet das Erfinderlabor engagierten Schülerinnen und Schülern aus Hessen die Tür zur angewandten Forschung. Eine Woche lang arbeiten sie in echten Forschungslaboren, beschäftigen sich mit aktuellen Fragestellungen der Materialwissenschaften und erhalten Einblicke in eine Welt, die im Schulalltag oft verborgen bleibt: Wissenschaft als Teamarbeit, als gesellschaftliche Aufgabe – und als möglicher Berufsweg.
Getragen wird das Format vom Zentrum der Chemie, der Fakultät der Materialwissenschaften der TU Darmstadt sowie vom Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck. Drei Partner, die das Erfinderlabor in Darmstadt seit Jahren gemeinsam prägen – aus der Perspektive der Nachwuchsförderung, der universitären Forschung und der industriellen Praxis.
Im Gespräch bei Merck geben Ruben Bischler von der TU Darmstadt, Dr. Thomas Schneidermeier vom Zentrum der Chemie und Dr. Thomas Eberle von Merck Einblicke in Motivation, Anspruch und Wirkung des Formats. Sie sprechen darüber, warum Neugier wichtiger ist als reines Fachwissen, weshalb echte Forschungserfahrung junge Menschen nachhaltig prägt – und warum Materialforschung eine Schlüsselrolle für die Energiewende spielt.
Im Zentrum des Erfinderlabors steht dabei eine Haltung, die alle Teilnehmenden verbindet. „Das Allerwichtigste ist Neugier“, sagt Ruben Bischler. Wer am Ende im Erfinderlabor lande, bringe diesen inneren Antrieb in der Regel bereits mit: den Wunsch, Neues zu entdecken, Forschung aus nächster Nähe zu erleben und sich über den schulischen Rahmen hinaus weiterzuentwickeln. Gerade die Materialwissenschaften eigneten sich dafür besonders gut. Sie seien stark interdisziplinär aufgestellt und vereinten Physik, Chemie, Informatik und Ingenieurdenken. Auch wenn die Woche thematisch strukturiert sei, biete sie genügend Freiraum, eigene Interessen zu vertiefen.
„Das Allerwichtigste ist Neugier.“
Ruben Bischler, TU Darmstadt
Wie sich die Jugendlichen im Laufe der Jahre verändert haben, lässt sich aus Sicht der Organisatoren dennoch klar beobachten. Dr. Thomas Schneidermeier, der das Erfinderlabor vor 21 Jahren ins Leben gerufen hat, fest, dass Schülerinnen und Schüler heute deutlich selbstbewusster auftreten, insbesondere bei Präsentationen. Die Neugier sei gleichgeblieben, doch in den Schulen werde stärker auf selbstständiges Arbeiten und Präsentationskompetenz gesetzt. Das zeige sich besonders bei den Abschlusspräsentationen am Ende der Woche.
„Die Neugier ist gleichgeblieben – aber die Schülerinnen und Schüler treten heute deutlich selbstbewusster auf.“
Dr. Thomas Schneidermeier, Zentrum der Chemie
Inhaltlich rückt im Erfinderlabor immer wieder eine zentrale Zukunftsfrage in den Fokus: die Energiewende. Materialforschung spielt dabei eine Schlüsselrolle – vor allem dann, wenn sie konkret und anwendungsnah vermittelt wird. Windkraft, Wasserstoff oder Energiespeicherung gehören zu den Themen, die junge Menschen besonders motivieren. Entscheidend ist dabei, dass es nicht bei Theorie bleibt. Die Jugendlichen arbeiten in echten Forschungslaboren, begleitet von Forschenden der TU Darmstadt.
„Das ist kein Schülerlabor. Die Jugendlichen arbeiten in echten Forschungslaboren.“
Dr. Thomas Schneidermeier
Bischler verweist auf Projekte aus der Magnetforschung, die für Elektromotoren, Windkraftanlagen und neue Kühltechnologien eine zentrale Rolle spielt. In einem Fall führte die Arbeit sogar zu einem Besuch bei Magnotheerm, einem Darmstädter Start-up, das magnetische Kühlung industriell umsetzt. Solche Einblicke machen sichtbar, wie eng Grundlagenforschung, Anwendung und Unternehmensgründung miteinander verbunden sind.
Neben den fachlichen Inhalten geht es im Erfinderlabor um grundlegende Kompetenzen, die für moderne Forschung unverzichtbar sind. Forschung ist längst keine Einzelkämpferdisziplin mehr. Teamarbeit, gegenseitiges Lernen und das Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven sind Voraussetzung für wissenschaftlichen Fortschritt. Diese Erfahrung machen die Schülerinnen und Schüler unmittelbar. Sie arbeiten von Beginn an in kleinen Gruppen, entwickeln schnell Teamgeist und lernen, Verantwortung zu teilen.
„Niemand arbeitet heute allein – selbst ein Nobelpreisträger nicht.“
Dr. Thomas Eberle, Merck
Merck bringt bewusst die industrielle Perspektive in das Format ein. Naturwissenschaften seien nicht nur Schul- oder Hochschulthema, sondern Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs und gesellschaftlicher Entwicklung. Forschung diene dazu, Probleme zu lösen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und Lebensqualität zu verbessern.
„. „Mit unserer Forschung bei Merck gehen wir gezielt gesellschaftliche Herausforderungen an und gestalten so eine bessere Zukunft“
Dr. Thomas Eberle
Dass das Erfinderlabor auch zur Nachwuchsgewinnung beiträgt, ist ein spannendes Thema. Immer wieder entscheiden sich ehemalige Teilnehmende später für ein Studium an der TU Darmstadt. Die Jugendlichen wüssten, worauf sie sich einlassen, und die Universität gewinne hochmotivierte Studierende.
Im größeren Zusammenhang wird deutlich: Die Energiewende ist ohne Materialinnovation nicht denkbar. Neue Technologien stellen neue Anforderungen – an Solarzellen, Batterien, Magnete oder Halbleiter. Gleichzeitig rückt der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen stärker in den Fokus.
Lebenswertes Darmstadt
powered by MerckMerck engagiert sich aktiv für eine lebenswerte Region. Gemeinsam mit seinen Partnern schafft das Unternehmen ein Umfeld, in dem naturwissenschaftliche Bildung, Sport und Kunst gedeihen können. Durch sein Engagement für soziale Einrichtungen und gemeinnützige Projekte trägt Merck zu einem besseren Miteinander in Darmstadt bei.
Im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung fördert Merck das Interesse und die Neugier der nächsten Generation für Wissenschaft, Technologie und Forschung. Dazu gehören die Schülerlabore Biologie und Chemie in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt. Merck engagiert sich auch für MINT*-Aktivitäten an Schulen in der Region und unterstützt zahlreiche Wettbewerbe für junge MINT-Talente, darunter „Jugend forscht“, die „Internationale Chemie-Olympiade“ und den „Tag der Mathematik“. Jährlich zeichnet Merck talentierte Schülerinnen und Schüler aus Darmstadt und Umgebung mit dem Merck-Abiturpreis aus und bietet Fortbildungen für Lehrkräfte an.
Mit dem „Erfinderlabor“, das in Kooperation mit dem Zentrum für Chemie e.V. und der TU Darmstadt durchgeführt wird, erhalten Oberstufenschülerinnen und -schüler praktische Einblicke in den Forschungsalltag bei Merck sowie an der TU Darmstadt.
*Das mittlerweile etablierte Akronym MINT steht für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik
