Magistrat beschließt umfassende Restaurierung des expressionistischen Kulturdenkmals – Abschluss ist bis 2028 vorgesehen
Das Mausoleum von Herff auf dem Alten Friedhof in Darmstadt soll umfassend saniert werden. Der Magistrat hat die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes beschlossen. Die Arbeiten sollen bis 2028 abgeschlossen sein. Anschließend soll das Mausoleum wieder öffentlich zugänglich sein und auch für kulturelle Zwecke genutzt werden können.
Das 1928/29 errichtete Gebäude diente als zentrale Grablege der weitverzweigten Familie von Herff und befindet sich seit 2023 im Eigentum der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Nach Angaben der Stadt ist die ursprüngliche Bausubstanz weitgehend erhalten, weist jedoch teilweise erhebliche Schäden auf.
Nachdem ein Sturm 2023 das Kupferdach stark beschädigt hatte, wurde dieses 2024/25 als erste Sicherungsmaßnahme vollständig erneuert. Mit dem Magistratsbeschluss soll nun die eigentliche Sanierung folgen.
Fassaden, Reliefs und Innenraum werden restauriert
Geplant sind die Erneuerung des teilweise stark geschädigten Putzes und die restauratorische Bearbeitung der Fassaden und Reliefs. Zudem sollen die Entwässerung verbessert sowie Außenmauern, Treppenanlagen, Innenraum und historische Türen instandgesetzt werden.
Die Arbeiten erfolgen nach Angaben der Stadt in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Grundlage sind restauratorische und bauhistorische Untersuchungen, die im Vorfeld gemeinsam mit der TU Darmstadt und der Hochschule Rhein-Main durchgeführt wurden.
Zur Finanzierung will die Stadt außerdem versuchen, Drittmittel einzuwerben. Angaben zu den Gesamtkosten der Sanierung enthält die Mitteilung nicht.
Reliefs von Johannes Ilmari Auerbach
Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind nach Angaben der Stadt die Reliefs des Bauhaus-Künstlers Johannes Ilmari Auerbach, die Jugend, Reife und Alter darstellen. Auerbach lebte ab 1925 im Jagdschloss Kranichstein und später in Paris. Die Reliefs gehören laut Stadt zu den wenigen erhaltenen Arbeiten des jüdischen Bildhauers, dessen Werk 1933 fast vollständig zerstört wurde.
„Architektur, bildende Kunst und die Geschichte des Alten Friedhofs verbinden sich hier auf besondere Weise“, sagt Grünflächendezernent Michael Kolmer. Ziel sei es, das Kulturdenkmal zu erhalten und seine Geschichte wieder öffentlich zugänglich zu machen.
Für den Abschluss der Sanierung ist 2028 vorgesehen. Dann besteht der Alte Friedhof seit 200 Jahren; zugleich jährt sich die Fertigstellung des Mausoleums zum 100. Mal.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)


