Mitmachaktion schafft neue Grünflächen und mehr Hitzeschutz
Weniger Asphalt, mehr Grün und künftig zusätzliche Schattenplätze: Der Schulhof der Friedrich-Ebert-Schule in Darmstadt ist ein Stück naturnaher geworden. Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion Ende Oktober haben Schulkinder, Eltern, Lehrkräfte und Mitglieder des BUND Darmstadt zahlreiche Bäume, Stauden und Blumenzwiebeln gepflanzt. Die Aktion war Teil der städtischen Kampagne „Darmstadt pflastert ab“ und soll zugleich den Auftakt für weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz an Darmstädter Schulen und Kindertagesstätten bilden.
Federführend organisiert wurde die Begrünungsaktion vom Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Ziel war es, versiegelte Flächen auf dem Schulhof zu reduzieren und neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Rund 65 Quadratmeter Asphalt entfernt
Bereits im Vorfeld der Pflanzaktion hatte eine Fachfirma vier Flächen auf dem Schulhof entsiegelt, eingefasst und mit neuem Pflanzsubstrat ausgestattet.
Insgesamt verschwanden dadurch rund 65 Quadratmeter Asphalt, der sich an heißen Sommertagen stark aufheizen kann.
An seine Stelle traten neue Grünflächen mit drei heimischen, trockenheitstoleranten Bäumen. Gepflanzt wurden ein Feldahorn, eine Hainbuche und eine Ahornblättrige Platane.
Die Bäume sollen künftig Schatten spenden und dazu beitragen, die sommerliche Hitzebelastung auf dem Schulhof zu verringern.
Mehr als 300 Wildstauden und 750 Blumenzwiebeln
Neben den drei Bäumen entstanden weitere bepflanzte Bereiche, die den Schulhof ökologisch aufwerten sollen.
Unter Anleitung der Naturgärtnerin Eva Distler setzten die zahlreichen Helferinnen und Helfer mehr als 300 Wildstauden, zwei Gehölze und über 750 Blumenzwiebeln in die vorbereiteten Beete.
Besonders die Schulkinder beteiligten sich mit großem Interesse an der Aktion. Sie halfen dabei, die Pflanzen, Blumenzwiebeln und Knollen in die Erde zu bringen.
Durch die neuen Pflanzflächen entstehen zusätzliche Lebensräume für Insekten und andere Tiere. Gleichzeitig können die Kinder unmittelbar erleben, wie Pflanzen wachsen und sich die Natur im Verlauf der Jahreszeiten verändert.
Umweltdezernent Kolmer: Aktion soll Schule machen
Umweltdezernent Michael Kolmer sieht in der Schulhofbegrünung ein Beispiel dafür, wie Klimaanpassung und Umweltbildung miteinander verbunden werden können.
„Die erste Aktion dieser Art soll Schule machen! Wir brauchen mehr solcher Projekte“, erklärt Kolmer.
Die Pflanzaktion habe gezeigt, wie sich Klimaanpassung, Stadtnatur und praxisnahes Lernen in sogenannten Freiraumklassenzimmern erfolgreich miteinander verbinden lassen.
Neben dem unmittelbaren Nutzen für das Stadtklima sollen die neuen Grünflächen deshalb auch pädagogische Möglichkeiten eröffnen.
Die Schülerinnen und Schüler können die Entwicklung der Pflanzen beobachten und Erfahrungen mit naturnaher Gestaltung und Umweltschutz sammeln.
Weitere Schulen und Kitas sollen folgen
Die Begrünung der Friedrich-Ebert-Schule soll kein Einzelprojekt bleiben.
Schuldezernent Holger Klötzner kündigt an, dass die Stadt in den kommenden Jahren weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz an Schulen und Kindertagesstätten umsetzen will.
„Die Mitmachaktion zur Schulhofbegrünung der Friedrich-Ebert-Schule bildet den Auftakt für weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz in Schulen und Kitas in den kommenden Jahren“, erklärt Klötzner.
Dass das Projekt innerhalb kurzer Zeit realisiert werden konnte, führt er auf die Zusammenarbeit zahlreicher Beteiligter zurück.
Neben der Schule und dem Schulamt waren unter anderem der Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt, das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung, das Mobilitäts- und Tiefbauamt, das Grünflächenamt, die Feuerwehr sowie verschiedene Fachfirmen beteiligt.
Darmstadt erreicht vierten Platz beim Entsiegelungswettbewerb
Die Pflanzaktion fand bewusst in der Endphase des bundesweiten Wettbewerbs „abpflastern“ statt, der am 31. Oktober 2026 endete.
Bei diesem Wettbewerb ging es darum, versiegelte Flächen zu entfernen und wieder Raum für Grünflächen und die natürliche Versickerung von Regenwasser zu schaffen.
Darmstadt belegte im Abschlussranking der Großstädte den vierten Platz. Nach Angaben der Stadt wurden dabei 431 entsiegelte Steine je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner gewertet.
Mit der Kampagne „Darmstadt pflastert ab“ will die Wissenschaftsstadt weitere Projekte anstoßen, die versiegelte Flächen reduzieren und die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Starkregen machen.
Die Friedrich-Ebert-Schule zeigt nun beispielhaft, wie sich solche Maßnahmen gemeinsam mit Kindern, Eltern und Lehrkräften umsetzen lassen.
Weitere Informationen zur Kampagne und zum Wettbewerb gibt es unter www.darmstadt.de/abpflastern.
Die wichtigsten Informationen
Projekt: Mitmach-Pflanzaktion an der Friedrich-Ebert-Schule
Ort: Schulhof der Friedrich-Ebert-Schule, Darmstadt
Zeitraum: Ende Oktober 2026
Entsiegelte Fläche: Rund 65 Quadratmeter
Neue Bäume: Drei – Feldahorn, Hainbuche und Ahornblättrige Platane
Weitere Bepflanzung: Mehr als 300 Wildstauden, zwei Gehölze und über 750 Blumenzwiebeln
Beteiligte: Schulkinder, Eltern, Lehrkräfte, BUND Darmstadt und städtische Ämter
Fachliche Anleitung: Naturgärtnerin Eva Distler
Kampagne: „Darmstadt pflastert ab“
Ziele: Hitzeschutz, Klimaanpassung, mehr Stadtnatur und praxisnahe Umweltbildung
Ausblick: Weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz an Schulen und Kitas in den kommenden Jahren
Wettbewerb „abpflastern“: Darmstadt erreicht Platz vier unter den Großstädten

