Neue Pfarrerin der Segensgemeinde wird am 20. September in Darmstadt in ihr Amt eingeführt
Die Evangelische Segensgemeinde Darmstadt hat Verstärkung bekommen: Pfarrerin Dr. Anne Gilly hat ihren Dienst mit Schwerpunkt im Woogsviertel aufgenommen. Am Sonntag, 20. September 2026, um 15 Uhr, wird die 37-Jährige in einem Gottesdienst in der Martinskirche, Heinheimer Straße 41, ordiniert.
Die Ordination übernimmt Propst Stephan Arras. Der stellvertretende Dekan Sven Sabary wird die neue Pfarrerin bei dem Gottesdienst für das Evangelische Dekanat Darmstadt begrüßen.
Von Frankfurt nach Darmstadt
Gilly ist mit ihrer Familie nach Darmstadt gezogen. Aufgewachsen ist sie nahe der Schwäbischen Alb in einer nicht religiösen Familie. Als Jugendliche kam sie mit dem christlichen Glauben in Kontakt und ließ sich evangelisch taufen.
Nach dem Abitur und einem Freiwilligendienst in Kopenhagen studierte sie Theologie in Berlin, Melbourne, München und Frankfurt. Sechs Jahre arbeitete Gilly an der Goethe-Universität Frankfurt und promovierte über Gottesdienste im großstädtischen Kontext. Ihr Vikariat absolvierte sie ebenfalls in Frankfurt.
An ihrer neuen Aufgabe in Darmstadt interessiert sie nach eigenen Angaben besonders „die Vielfalt der Menschen und Lebenswelten“ und die Frage, wie sich Kirche angesichts gesellschaftlicher Veränderungen weiterentwickeln kann.
Gottesdienste auch für Kirchenferne verständlich machen
Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht Gilly in einer verständlichen Vermittlung biblischer Texte. „Ich verstehe mich ein Stück weit als Übersetzerin“, beschreibt sie ihre Aufgabe. Gottesdienste sollten ihrer Ansicht nach auch für Menschen zugänglich sein, die nicht regelmäßig eine Kirche besuchen.
Gilly ist nach eigenen Angaben lutherisch geprägt und zugleich von liberaler Theologie beeinflusst. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit dem Verhältnis von menschlicher Fehlbarkeit und der Würde des Menschen.
Kirche als Raum für gesellschaftlichen Dialog
Eine weitere Aufgabe von Kirche sieht die neue Pfarrerin im gesellschaftlichen Austausch. Angesichts politischer Polarisierung sollten nach ihrer Auffassung Räume bestehen, in denen Menschen mit unterschiedlichen Positionen miteinander ins Gespräch kommen können.
„Ich verstehe Kirche sehr stark als Dialograum“, sagt Gilly. Dabei gehe es nicht darum, jede Position gutzuheißen, sondern Menschen und die Beweggründe für ihre Auffassungen verstehen zu wollen.
Auch privat hat sich die 37-Jährige inzwischen in Darmstadt eingerichtet. Zu ihren Interessen zählen Arthouse-Kino, Kreuzworträtsel und Heimwerken. Außerdem besucht sie Spiele der Frauenmannschaft von Eintracht Frankfurt.
(DARMSTADT – RED/PM)

