Geschädigte Rosskastanien sollen durch gezielte Maßnahmen geschützt werden
Der Baumbestand im Darmstädter Orangeriegarten ist seit Jahren zunehmend geschädigt. Um die Ursachen genauer zu untersuchen und die Standortbedingungen für die Bäume langfristig zu verbessern, lässt die Wissenschaftsstadt Darmstadt derzeit umfangreiche Bodenuntersuchungen durchführen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für gezielte Maßnahmen zum Erhalt der historischen Gartenanlage dienen.
Besonders betroffen sind die Rosskastanien, die einen wesentlichen Teil des Baumbestands in der Orangerie bilden. Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. Immer wieder mussten deshalb Bäume gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden.
Pilzkrankheiten, Witterung und Hundeurin belasten die Bäume
Die Ursachen für die Schäden am Baumbestand sind vielfältig. Nach Angaben der Stadt spielen mehrere Krankheitserreger eine Rolle, die in der Gartenanlage nachgewiesen wurden.
Dazu gehören der Hallimasch-Pilz (Armillaria), Verticillium und Phytophthora sowie der bakterielle Erreger Pseudomonas syringae pv. aesculi, der das sogenannte Rosskastaniensterben verursacht.
Neben diesen Krankheitserregern beeinträchtigen ungünstige Witterungsbedingungen die Gesundheit der Bäume. Auch die starke Belastung durch Hundeurin trägt nach Angaben der Stadt zu den Problemen bei.
Das Zusammenwirken dieser Faktoren führt dazu, dass die Bäume zunehmend an Vitalität verlieren und langfristig in ihrem Bestand gefährdet sind.
Bodenuntersuchungen sollen Ursachen genauer klären
Mit den aktuellen Untersuchungen will die Stadt die Bodenverhältnisse im Orangeriegarten systematisch erfassen.
Dabei werden unter anderem die Versorgung mit Nährstoffen und Spurenelementen sowie die physikalischen Eigenschaften des Bodens untersucht.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Luft- und Wasserspeicherkapazität. Darüber hinaus werden der Verdichtungsgrad und der Aufbau des Bodens analysiert.
Diese Eigenschaften sind entscheidend dafür, wie gut die Wurzeln mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können.
Die Untersuchungen übernimmt ein externes Sachverständigenbüro, das von städtischen Fachkräften unterstützt wird.
Gezielte Maßnahmen zur Rettung der Rosskastanien geplant
Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen entwickelt werden.
Dazu gehört die Revitalisierung der vorhandenen Altbäume. Auch die Aufbereitung des Bodens und die künftige Gestaltung der Pflanzgruben werden untersucht.
Bei notwendigen Ersatzpflanzungen soll insbesondere die technische Ausstattung der Pflanzgruben berücksichtigt werden, um neuen Bäumen möglichst gute Wachstumsbedingungen zu bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Bewässerungsmanagement. Die Stadt will anhand der gewonnenen Erkenntnisse prüfen, wie die Wasserversorgung der Bäume langfristig verbessert werden kann.
Welche Maßnahmen im Einzelnen umgesetzt werden, soll erst nach Auswertung der Untersuchungen entschieden werden.
Historisches Erscheinungsbild der Orangerie erhalten
Der Orangeriegarten gehört zu den charakteristischen historischen Grünanlagen Darmstadts. Sein Erscheinungsbild wird wesentlich durch den vorhandenen Baumbestand geprägt.
Die geplanten Maßnahmen sollen deshalb nicht nur die Gesundheit einzelner Bäume verbessern, sondern auch dazu beitragen, den besonderen Charakter der barocken Gartenanlage zu bewahren.
Ziel ist es, die Standortbedingungen dauerhaft zu verbessern, weitere Schäden möglichst zu begrenzen und den Baumbestand langfristig zu erhalten.
Weitere Informationen zum Baumschutz in der Orangerie stellt die Wissenschaftsstadt Darmstadt unter www.darmstadt.de zur Verfügung.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

