Nach dem Aus für die ursprünglichen Baupläne sichert sich die Stadt zwei Grundstücke – Bürger sollen bei der künftigen Entwicklung mitentscheiden
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erwirbt zwei Grundstücke zwischen der Frankfurter Landstraße und der Darmstädter Straße in Arheilgen von der ALDI-Grundstücksgesellschaft. Damit sichert sich die Stadt die Möglichkeit, die zentral gelegenen Flächen künftig selbst zu entwickeln. Was dort entstehen soll, ist noch offen. Die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils sollen frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.
Der Erwerb erfolgt über das städtische Immobilienmanagement (IDA). Dessen Betriebskommission hat dem Grundstückskauf bereits zugestimmt. Der Magistrat hat die entsprechende Vorlage zur Kenntnis genommen und leitet sie an die Stadtverordnetenversammlung weiter.
Ursprüngliche ALDI-Pläne stießen auf Widerstand
Die ALDI-Grundstücksgesellschaft hatte die Flächen ursprünglich erworben, um dort und auf benachbarten Grundstücken eine neue Einzelhandelsfiliale mit Tiefgarage sowie Wohnhäuser zu errichten.
Das Vorhaben war in Arheilgen auf erheblichen Widerstand gestoßen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten sich gegen die geplante Bebauung ausgesprochen. Daraufhin führte die Stadt intensive Gespräche mit dem Unternehmen.
Im Jahr 2025 gab ALDI die ursprünglichen Baupläne schließlich auf. Neben den Protesten und Gesprächen mit der Stadtspitze spielten dabei nach Angaben der Stadt auch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine Rolle.
In der Folge wurde der eigens für das Vorhaben aufgestellte Bebauungsplan A 43 aufgehoben. Damit gelten wieder die zuvor abgelösten Bebauungspläne A 7.1 „An der Reitbahn“ und A 7.2 „Um die Kleine Brückenstraße“.
Bürger sollen die Zukunft der Flächen mitgestalten
Mit dem Erwerb der Grundstücke will die Stadt nun die Voraussetzungen für eine neue städtebauliche Entwicklung schaffen. Anders als bei den ursprünglichen Planungen soll die Bevölkerung von Beginn an in den Prozess eingebunden werden.
„Mit dem Kauf sichern wir uns die Flächen – und die Möglichkeit, sie gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln“, erklärt Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Hanno Benz.
Dabei gehe es ausdrücklich darum, die Menschen frühzeitig einzubeziehen und ihnen eine tatsächliche Mitwirkung zu ermöglichen.
Geplant sind sowohl Veranstaltungen vor Ort als auch digitale Beteiligungsangebote. Auf diese Weise sollen die Arheilgerinnen und Arheilger ihre Vorstellungen, Erfahrungen und Anregungen in die künftige Nutzung der Grundstücke einbringen können.
Parallel dazu will die Stadt regelmäßig über den Stand der Planungen und die nächsten Schritte informieren.
„Genau darum geht es: Die Menschen früh einzubeziehen und wirklich mitwirken zu lassen“, betont Benz. Jede Phase und jede Entscheidung solle von Anfang an transparent gestaltet werden.
Stadt will langfristigen Gestaltungsspielraum sichern
Auch Stadtkämmerer André Schellenberg sieht in dem Grundstückserwerb einen wichtigen Schritt für die Entwicklung Arheilgens.
„Der Erwerb dieser zentralen Grundstücke in Arheilgen ist eine Investition in die Zukunft des Stadtteils. Wer Flächen in eigener Hand hat, kann gestalten statt nur reagieren“, erklärt Schellenberg.
Durch den Kauf verschaffe sich die Stadt die Möglichkeit, die weitere Entwicklung selbst zu steuern und langfristig an den Bedürfnissen des Stadtteils auszurichten.
Der Stadtkämmerer dankte zugleich dem städtischen Immobilienmanagement für die Verhandlungsführung. Die Vertragsgespräche seien innerhalb kurzer Zeit zu einem aus Sicht der Stadt sehr guten Ergebnis geführt worden.
Konkrete Nutzung steht noch nicht fest
Welche Gebäude oder Einrichtungen künftig auf den beiden Grundstücken entstehen könnten, ist derzeit noch nicht entschieden. Auch ein konkreter Zeitplan für die Entwicklung der Flächen wurde bislang nicht genannt.
Fest steht jedoch, dass die Stadt die weitere Planung gemeinsam mit der Bevölkerung angehen möchte. Damit eröffnet sich nach dem Scheitern des ursprünglichen ALDI-Projekts eine neue Perspektive für die zentral gelegenen Grundstücke in Arheilgen.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

