Seit 30 Jahren hilft die Darmstädter Tafel Menschen in schwierigen Lebenslagen
Schon früh am Morgen herrscht reges Treiben in den Räumen der Darmstädter Tafel. Kisten werden sortiert, Gemüse geputzt, Brot verteilt, Mittagessen vorbereitet. Ehrenamtliche in Schürzen schneiden Salat, Fahrer beladen Fahrzeuge, erste Gäste kommen vorbei. Es ist ein Ort, an dem jeder Handgriff zählt – und an dem weit mehr passiert als reine Lebensmittelausgabe.
Seit inzwischen rund 30 Jahren gibt es die Darmstädter Tafel. Sie gehört damit zu den ältesten Tafeln in Hessen. Die Grundidee ist bis heute dieselbe geblieben: überschüssige Lebensmittel retten und Menschen helfen. „Die Idee ist ganz simpel: Lebensmittel retten und Menschen helfen. Das ist unsere Hauptaufgabe“, sagt Wirtschaftsleiter Roman Zarenkow, der die Einrichtung seit zehn Jahren leitet.
Was einfach klingt, bedeutet im Alltag enorme Organisation. Von Montag bis Samstag werden Lebensmittel ausgegeben, zusätzlich gibt es von Montag bis Freitag ein Mittagessen. Rund 1.300 Familien aus Darmstadt und Umgebung werden aktuell unterstützt – Tendenz steigend. Bedürftigkeit wird überprüft, denn die Kapazitäten sind begrenzt. „Alle können wir nicht helfen“, sagt Zarenkow offen. Gerade in einer Stadt wie Darmstadt mit vielen Studierenden stoße man schnell an Grenzen.

Doch wer die Tafel besucht, merkt schnell: Hier geht es längst nicht nur ums Essen
Viele Besucher kommen auch wegen der Gemeinschaft. Besonders ältere Menschen suchen den Kontakt, ein Gespräch oder schlicht Gesellschaft. „Die einheimischen Leute sagen mir: Nicht die Armut macht uns kaputt, sondern die Einsamkeit“, erzählt Zarenkow. Dieser Satz fällt im Gespräch mehrfach – und zeigt, wie wichtig die soziale Funktion der Tafel inzwischen geworden ist.
Ein gemeinsames Mittagessen, Hilfe beim Ausfüllen von Behördenbriefen oder einfach ein offenes Ohr: Für viele ist die Tafel ein fester Anlaufpunkt im Alltag. „Es ist sehr wichtig, offene Ohren für die Leute zu haben, damit sie ihre Sorgen loswerden können“, sagt Zarenkow.
Beeindruckend ist auch das Engagement hinter den Kulissen. Rund 140 Mitarbeitende und Helfer sind inzwischen Teil des Teams – die meisten ehrenamtlich. Viele davon sind Rentnerinnen und Rentner, die hier nicht nur helfen, sondern selbst Struktur und Sinn finden. „Die Rentner haben am meisten Spaß und am meisten Zeit. Sie wollen einfach etwas zurückgeben“, sagt Zarenkow. Manche kommen regelmäßig nur, um Gemüse zu schneiden oder in der Küche zu helfen. Das Ergebnis: kreative Gerichte und ein Mittagstisch, der weit über eine einfache Suppe hinausgeht.

Besonders stolz ist Zarenkow auf den Zusammenhalt seines Teams. Krisen wie Corona, steigende Lebenshaltungskosten oder wachsende Nachfrage habe man gemeinsam bewältigt. „Sommer, Kälte, Schnee, Wespen – das macht uns nichts kaputt“, sagt er lachend.
Unterstützung erhält die Tafel auch von Unternehmen. Eine wichtige Rolle spielt dabei seit drei Jahrzehnten das Darmstädter Unternehmen Merck, das täglich Suppe für den Mittagstisch der Tafel liefert. Im Jahr kommen dabei 5000 Liter Suppe zusammen, die von den Köchinnen und Köchen der Merck-Werkverpflegung täglich frisch zubereitet wird. Damit gehört das Sozialsponsoring der Darmstädter Tafel zu den großen Engagements von Merck für das Darmstädter Umfeld. „Ohne Merck wäre es für uns sehr, sehr schwierig“, betont Zarenkow.
Trotz der starken Basis bleibt der Bedarf groß – vor allem an Fahrern, die Lebensmittelspenden einsammeln und transportieren. Denn ohne Logistik läuft nichts.
Wer einmal durch die Räume der Darmstädter Tafel geht, versteht schnell: Dieser Ort ist keine reine Ausgabestelle für Bedürftige. Er ist Treffpunkt, Hilfszentrum, Mittagstisch, Ehrenamtsplattform und manchmal auch ein kleines Stück Zuhause.
Oder, wie Roman Zarenkow es formuliert: „Unsere Türen sind geöffnet – zum Reinschnuppern, Kennenlernen oder für ehrenamtliche Unterstützung. Wir sind für alles offen.“
Gerade in Zeiten wachsender sozialer Unsicherheit zeigt die Darmstädter Tafel damit, wie konkrete Hilfe vor Ort aussehen kann: pragmatisch, menschlich und mit erstaunlich viel Herzblut.
(RED)
Beitragsbild: Tafel DA
Lebenswertes Darmstadt
powered by MerckVereine sind das Herzstück einer Gemeinschaft. Sie fördern soziale Integration und bringen Menschen zusammen. Sie bereichern das lokale Leben durch kulturelle und sportliche Aktivitäten, bieten Bildungsangebote und engagieren sich in sozialen Projekten. Kurzum: Sie machen eine Stadt wie Darmstadt lebenswert.
Doch das kostet Geld. Mitgliedsbeiträge reichen da nicht immer aus. In dieser Reihe stellen wir ausgewählte Darmstädter Vereine vor, die durch die Unterstützung von Merck gefördert werden – sei es im Sport, in der Kultur, im Gemeinwohl oder in der naturwissenschaftlichen Bildung.
Jeder dieser Vereine hat eine einzigartige Geschichte und trägt auf seine Weise zur Stärkung der Gemeinschaft bei. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt, was ihren Verein ausmacht und wie die Partnerschaft mit Merck nicht nur finanzielle Unterstützung bietet, sondern auch Wachstum und Entwicklung schafft.
Erfahren Sie mehr darüber, wie vielfältig die Darmstädter Vereinslandschaft ist und wie Merck und seine Partner gemeinsam mehr schaffen – für eine lebenswerte Region.
