Stadt plant betreuten Aufenthaltsbereich, mehr Streetwork und stärkere Prävention
Der Darmstädter Magistrat hat einen Maßnahmenplan zum Umgang mit der offenen Drogenszene rund um den Herrngarten und die Drogenhilfe Scentral beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem ein abgegrenzter Aufenthaltsbereich am Herrngarten, zusätzliche Streetwork-Angebote sowie Maßnahmen für mehr Sicherheit und Sauberkeit. Auch mögliche Drogenkonsumräume werden geprüft.
Der Magistrat beschloss den ressortübergreifenden Maßnahmenplan am 2. September. Grundlage ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom September 2025 zur Weiterentwicklung des Umgangs mit der offenen Drogenszene. Der Plan wird nun der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.
Betreuter Aufenthaltsbereich am Herrngarten
Ein zentraler Bestandteil ist ein abgegrenzter Aufenthaltsbereich am Herrngarten, der von Sozialarbeitern begleitet werden soll. Damit soll für Menschen aus der offenen Drogenszene ein Aufenthaltsort geschaffen und die Szene räumlich gebündelt werden.
Der Bereich soll so gestaltet werden, dass er wieder zurückgebaut werden kann. Eine Erlaubnis zum Drogenkonsum ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
Parallel dazu soll die aufsuchende Sozialarbeit ausgeweitet werden. Zusätzliche Streetwork-Angebote sind morgens und abends sowie an drei Tagen pro Woche bis Mitternacht vorgesehen. Damit sollen Betroffene auch außerhalb der Öffnungszeiten des Scentral erreicht werden. Vorgesehen sind unter anderem die Vermittlung weiterer Hilfen und von Notfallschlafplätzen sowie die Versorgung mit sterilem Konsumbesteck.
Drogenkonsumräume werden geprüft
Noch nicht beschlossen ist die Einrichtung von Drogenkonsumräumen. Geprüft werden ein offizieller Konsumraum für die Inhalation von Substanzen im Außengelände des Scentral sowie ein rückbaubarer Raum für intravenösen Konsum.
Beide Vorhaben befinden sich nach Angaben der Stadt in der Prüf- und Abstimmungsphase. Zunächst müssen die rechtlichen Voraussetzungen mit dem Land Hessen geklärt werden. Für eine mögliche Umsetzung sollen jeweils eigene Entscheidungsvorlagen folgen.
Der Hof des Scentral bleibt bis dahin ein konsumfreier Aufenthaltsbereich.
Fortgeführt werden sollen zudem die zwölf Tagesruheplätze im Scentral. Das seit Dezember 2025 bestehende Angebot soll ab August 2027 verstetigt werden. Die Tagesruheplätze sollen einen geschützten Aufenthalt ermöglichen und dazu beitragen, gesundheitliche Krisen frühzeitig zu erkennen und weitere Hilfen zu vermitteln.
Mehr Personal für die Stadtpolizei
Auch Sicherheit und Ordnung sind Teil des Maßnahmenplans. Die Stadtpolizei soll personell verstärkt werden. Eine Personalbemessung wurde bereits in Auftrag gegeben; auf deren Grundlage soll über den zusätzlichen Personalbedarf entschieden werden.
Für die Übergangszeit prüft der Magistrat den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass dieser keine ordnungsrechtlichen Maßnahmen im öffentlichen Raum durchsetzen könnte.
Der Herrngarten und besonders sensible Bereiche wie Spielplätze sollen weiterhin je nach Bedarf zweimal täglich gereinigt werden. Dazu gehört insbesondere die Beseitigung von zurückgelassenem Konsummaterial.
Mehr Suchtprävention für junge Menschen
Über die unmittelbaren Maßnahmen im Herrngarten hinaus soll die Suchtprävention für junge Menschen ausgebaut werden. Vorgesehen ist außerdem eine ergänzende Jugendsuchtberatung für Jugendliche und junge Erwachsene mit problematischem Konsumverhalten.
Begleitet werden soll der Maßnahmenplan durch ein systematisches Monitoring. Erfasst werden sollen unter anderem die Zahl und das Verhalten der Konsumenten, Hilfebedarfe sowie sicherheitsrelevante Entwicklungen. Die Verwaltung soll der Stadtverordnetenversammlung jährlich über die Ergebnisse berichten und gegebenenfalls Anpassungen der Maßnahmen vorschlagen.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

