Internationale Spitzenforscher stärken Darmstadts Rolle als Wissenschaftsstandort
Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die im Aufbau befindliche internationale Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt begrüßen in diesem Jahr gleich zwei Träger des renommierten Humboldt-Forschungspreises. Mit Professor Yong-Zhong Qian von der University of Minnesota (USA) und Dr. Peter Jacobs vom Lawrence Berkeley National Laboratory (USA) arbeiten 2026 zwei weltweit anerkannte Wissenschaftler zeitweise am Forschungsstandort Darmstadt.
Nach Angaben von GSI und FAIR unterstreicht dies die internationale Bedeutung des Standorts für die Grundlagenforschung. Beide Wissenschaftler bringen ihre Expertise in zentrale Forschungsfelder ein, die künftig auch an FAIR eine wichtige Rolle spielen werden.
Forschung zur Entstehung des Universums
Professor Yong-Zhong Qian zählt zu den weltweit führenden Theoretikern auf dem Gebiet der nuklearen Astrophysik. Seine Forschung beschäftigt sich unter anderem mit der Entstehung schwerer chemischer Elemente in Supernovae und bei der Verschmelzung von Neutronensternen sowie mit Neutrinos und der Entwicklung von Galaxien.
Während seines Aufenthalts arbeitet Qian eng mit der Abteilung Nukleare Astrophysik & Struktur unter der Leitung von Professor Gabriel Martínez-Pinedo zusammen. Gemeinsam sollen neue Erkenntnisse über die Entstehung der Elemente im Universum gewonnen und zukünftige Experimente an FAIR vorbereitet werden.
„Die Zusammenarbeit mit Professor Qian wird unsere Forschung zur Entstehung der Elemente im Universum entscheidend voranbringen“, erklärt Professor Gabriel Martínez-Pinedo.
Materie unter extremen Bedingungen
Ab Herbst wird mit Dr. Peter Jacobs ein weiterer Humboldt-Preisträger in Darmstadt erwartet. Der experimentelle Physiker gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet des sogenannten Quark-Gluon-Plasmas – jenem Materiezustand, der unmittelbar nach dem Urknall existierte.
Jacobs forscht seit vielen Jahren an internationalen Großprojekten wie den Experimenten STAR in den USA und ALICE am europäischen Forschungszentrum CERN. Seine Arbeiten konzentrieren sich darauf, das Verhalten von Materie unter extremen Bedingungen besser zu verstehen. Während seines Aufenthalts bei GSI und FAIR wird er gemeinsam mit der ALICE-Forschungsgruppe neue Messmethoden und Analyseverfahren weiterentwickeln.
„Dr. Jacobs‘ Expertise in der Jet-Physik und seine innovativen Ansätze zur Datenanalyse werden unsere Experimente entscheidend bereichern“, sagt Dr. Ralf Averbeck, stellvertretender Leiter der ALICE-Forschungsabteilung bei GSI.
Auszeichnung für internationale Spitzenforschung
Der Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung wird jährlich an international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Die Auszeichnung würdigt das bisherige wissenschaftliche Lebenswerk und ermöglicht den Preisträgern, gemeinsam mit Forschungseinrichtungen in Deutschland neue Projekte umzusetzen.
Für GSI und FAIR ist der Aufenthalt der beiden Spitzenforscher zugleich ein Zeichen für die internationale Attraktivität des Darmstädter Forschungsstandorts. Mit der künftigen Beschleunigeranlage FAIR sollen sich die Möglichkeiten zur Erforschung der Bausteine der Materie und der Entwicklung des Universums nochmals deutlich erweitern.
Professor Thomas Nilsson, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR, betont: „Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern wie Professor Yong-Zhong Qian und Dr. Peter Jacobs stärkt den wissenschaftlichen Austausch und treibt die Grenzen unseres Wissens weiter voran.“
(DARMSTADT – RED/GSI)
Beitragsbild: Links: Dr. Peter Jacobs (Lawrence Berkeley National Laboratory, USA), Professor Yong-Zhong Qian (University of Minnesota, USA). Foto: GSI
