Hessisches Bildungsministerium und IHK Darmstadt bieten gemeinsame Schulungen für Lehrkräfte und Ausbildende an – nächster Durchgang startet am 27. Oktober
Künstliche Intelligenz (KI) verändert zunehmend die Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an die berufliche Ausbildung. Um Lehrkräfte an Berufsschulen und Ausbildende in Unternehmen auf diese Entwicklung vorzubereiten, haben das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar eine gemeinsame Fortbildungsreihe entwickelt.
Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Frühsommer 2026 wird das Programm „KI in der dualen Berufsausbildung“ nun fortgesetzt. Der nächste Durchgang beginnt am Dienstag, 27. Oktober 2026, an der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen. Weitere Veranstaltungen an anderen hessischen Standorten sind bereits in Planung.
Künstliche Intelligenz verändert die Berufsausbildung
Ob Lageroptimierung in der Logistik, Qualitätssicherung in der Industrie oder Datenanalyse im Finanzwesen: KI-Anwendungen gewinnen in zahlreichen Branchen an Bedeutung. Damit wächst auch die Notwendigkeit, Auszubildende frühzeitig mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der neuen Technologien vertraut zu machen.
Ausbildende in Unternehmen und Lehrkräfte an Berufsschulen stehen vor der Aufgabe, entsprechende Kompetenzen zu vermitteln und KI-Anwendungen sinnvoll in den Ausbildungsalltag zu integrieren.
Die gemeinsame Fortbildungsreihe soll dabei helfen, technisches Grundlagenwissen mit konkreten Anwendungsmöglichkeiten zu verbinden.
Lehrkräfte und betriebliche Ausbildende lernen gemeinsam
Eine Besonderheit des hessenweiten Programms ist die gemeinsame Teilnahme von Lehrkräften und betrieblichem Ausbildungspersonal.
Während sich viele Fortbildungsangebote ausschließlich an Schulen oder Unternehmen richten, bringt die neue Seminarreihe beide Partner der dualen Ausbildung zusammen.
Das Programm umfasst drei Fortbildungstage sowie zwei ergänzende Online-Veranstaltungen. Dabei beschäftigen sich die Teilnehmer mit ethischen, rechtlichen und technischen Grundlagen künstlicher Intelligenz.
Darüber hinaus lernen sie verschiedene KI-Werkzeuge kennen und erproben deren Einsatz in unterschiedlichen beruflichen und pädagogischen Situationen.
Ziel ist es, das erworbene Wissen unmittelbar im Unterricht und bei der praktischen Ausbildung im Betrieb einsetzen zu können.
Bildungsminister sieht besonderes Potenzial
Hessens Bildungsminister Armin Schwarz betont die Bedeutung neuer Fortbildungsangebote für die berufliche Bildung.
„Dass künstliche Intelligenz viele Berufsfelder grundsätzlich verändern wird, ist kein Geheimnis mehr. Umso mehr benötigen wir innovative Formate, um die notwendigen Kompetenzen schon in der Berufsausbildung zu vermitteln“, erklärt Schwarz.
Besonders wertvoll sei die gemeinsame Ausrichtung auf Betriebe und Berufsschulen. Dadurch könnten beide Seiten ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam neue Ansätze für den Einsatz künstlicher Intelligenz entwickeln.
IHK Darmstadt setzt auf Praxisnähe
Auch die IHK Darmstadt sieht in dem Fortbildungsformat einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Ausbildung.
„Durch die Verzahnung von Theorie-, Tool- und Praxiswissen ist die Fortbildung nicht nur sehr umfassend, sondern auch sofort auf den Alltag im Betrieb und in der Berufsschule übertragbar“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Robert Lippmann.
Die Teilnehmer sollen das erworbene Wissen anschließend an ihre Auszubildenden weitergeben und damit zur Vermittlung zeitgemäßer beruflicher Kompetenzen beitragen.
Pilotprojekt startete in Bensheim
Der erste Durchgang der Fortbildungsreihe fand im Frühsommer 2026 an der Karl-Kübel-Schule in Bensheim statt.
Nach den positiven Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt haben das Bildungsministerium und die IHK Darmstadt beschlossen, das gemeinsame Angebot fortzuführen.
Die nächste Seminarreihe beginnt am 27. Oktober an der Selbstständigen Beruflichen Radko-Stöckl-Schule in Melsungen.
Weitere Durchgänge an anderen Standorten in Hessen sind bereits vorgesehen. Damit soll das Angebot künftig zusätzlichen Lehrkräften und Ausbildenden zugänglich gemacht werden.
Die wichtigsten Informationen
- Fortbildungsreihe: KI in der dualen Berufsausbildung
- Veranstalter: Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
- Zielgruppe: Lehrkräfte an Berufsschulen und betriebliche Ausbildende
- Beginn des nächsten Durchgangs: Dienstag, 27. Oktober 2026
- Veranstaltungsort: Selbstständige Berufliche Radko-Stöckl-Schule, Melsungen
- Umfang: Drei Fortbildungstage und zwei ergänzende Online-Sessions
- Inhalte: Ethische, rechtliche und technische Grundlagen von KI sowie praktische Anwendungen und KI-Werkzeuge
- Pilotprojekt: Frühsommer 2026 an der Karl-Kübel-Schule in Bensheim
- Weitere Termine: Zusätzliche Durchgänge an anderen hessischen Standorten sind in Planung
(DARMSTADT – RED/IHK)
Beitragsbild: Die Teilnehmenden der ersten Fortbildungsreihe erhielten im Frühsommer 2026 ihre Abschluss-Urkunden im Foyer der Karl-Kübel-Schule in Bensheim. Das Foto zeigt die Teilnehmenden mit Holger Volkwein (vorne links) vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, Maren Frangen (2.v.links), Teamleiterin IHK Akademie für Weiterbildung Darmstadt, dahinter (links) Dr. Marcel Walter, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Darmstadt, Michael Steffan, Schulleiter der Karl Kübel Schule in Bensheim (hintere Reihe, 2. v. links), sowie den Kursleitern Bernd Wiest (hintere Reihe, 3.v.rechts) und Holger Werner (Mitte, hinten im roten Polohemd). Foto: IHK Darmstadt / Thomas Neu


