Hitzewelle setzt dem Stadtgrün zu – Bauhof ruft Bevölkerung zum Mithelfen auf
Die anhaltende Hitzewelle im Rhein-Main-Gebiet belastet nicht nur die Menschen, sondern auch die rund 10.000 Stadtbäume in Groß-Gerau. Die Kreisstadt bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger, die Bäume vor ihren Häusern beim Gießen zu unterstützen.
Wie die Stadt mitteilt, ist der Bau- und Betriebshof nahezu täglich im Einsatz, um Bäume und andere Grünflächen zu bewässern und vor dauerhaften Hitzeschäden zu schützen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit stoßen die Mitarbeitenden jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen.
Stadtbäume leisten wichtigen Beitrag zum Stadtklima
Gerade an heißen Sommertagen sorgen Bäume für Schatten, kühlen ihre Umgebung, filtern Feinstaub und produzieren Sauerstoff. Zudem bieten sie zahlreichen Tierarten Lebensraum.
„Das Stadtgrün ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebensraums. Es sorgt für kühlere Luft, filtert Feinstaub, spendet Schatten, liefert Sauerstoff und bietet Lebensraum für Tiere. Und das alles kostenlos“, betont Bürgermeister Jörg Rüddenklau. Wo immer möglich, würden deshalb auch Flächen entsiegelt, um das innerstädtische Klima zu verbessern.
Besonders betroffen sind junge Bäume in der Innenstadt und an Straßenrändern. Dort stehen ihnen oft nur kleine Pflanzflächen mit stark verdichtetem Boden zur Verfügung, sodass sie besonders schnell unter Wassermangel leiden. Aber auch ältere Bäume benötigen inzwischen zusätzliche Unterstützung.
Weißer Stamm schützt vor Hitzeschäden
Viele junge Bäume fallen derzeit durch ihre weiß gestrichenen Stämme auf. Dahinter steckt eine gezielte Schutzmaßnahme: Der helle Anstrich reflektiert die Sonneneinstrahlung und senkt die Temperatur im Stamm deutlich. Auf der Sonnenseite können dadurch Temperaturunterschiede von bis zu zehn Grad Celsius entstehen.
Ohne diesen Schutz drohen bei großer Hitze Sonnenbrand, Frostrisse im Holz oder sogar dauerhafte Schäden am Gewebe im Stamminneren.
Weniger Regen als im Durchschnitt
Auch die Niederschlagswerte zeigen die angespannte Situation. Nach Angaben der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Wallerstädten fielen von Januar bis Mai 2026 insgesamt 184 Millimeter Niederschlag. Im langjährigen Mittel (1996 bis 2020) sind es im gleichen Zeitraum 190,8 Millimeter.
Während die Monate Januar und Februar überdurchschnittlich nass waren, fiel seit März deutlich weniger Regen als üblich. Im Juni wurden bis zum 24. des Monats lediglich 26,5 Millimeter Niederschlag gemessen. Der Durchschnitt für den gesamten Monat liegt bei 61,4 Millimetern.
So können Bürgerinnen und Bürger helfen
Nach Angaben der Stadt benötigt ein Baum während einer Hitzewelle etwa 100 Liter Wasser pro Woche. Empfehlenswert ist es, ein- oder zweimal wöchentlich kräftig zu gießen – möglichst früh morgens oder am späten Abend. So kann das Wasser tief in den Boden eindringen und verdunstet nicht so schnell.
Auch die an vielen jungen Bäumen angebrachten Bewässerungssäcke können von Bürgerinnen und Bürgern befüllt werden. Je nach Modell fassen sie zwischen 50 und 100 Liter Wasser und geben dieses über mehrere Stunden langsam an den Boden ab. Dadurch gelangt die Feuchtigkeit gezielt in den Wurzelbereich.
„Ob mit Gießkanne, Gartenschlauch oder einem speziellen Bewässerungssack – jede Unterstützung hilft“, lautet der Appell des Teams vom Bau- und Betriebshof.
(GROSS-GERAU – RED/PSGG)
