Waldkunstverein und Lichtenbergschule verbinden Kunst, Natur und Demokratie
Der Verein für Internationale Waldkunst eröffnet am Donnerstag, 11. Juni 2026, um 16 Uhr in der Ludwigshöhstraße 137 das neue WaldKUNSTklassenzimmer. Der außergewöhnliche Lernort entstand in Kooperation mit der Lichtenbergschule und bietet Schülerinnen und Schülern künftig die Möglichkeit, Unterricht unter freiem Himmel zu erleben.
Das Projekt „Natur – Kunst – Demokratie: Das WaldKUNSTklassenzimmer“ wurde im Rahmen des Förderprogramms „Kunstvoll“ entwickelt und verbindet künstlerische Arbeit mit Naturerfahrung und demokratischer Bildung. Zunächst steht das Angebot vor allem dem Kunstunterricht offen, perspektivisch sollen aber auch andere Fächer den neuen Lernort nutzen können.

Natur wird zum Klassenzimmer
Geleitet wird das Projekt von der Künstlerin Kim Rathnau vom Waldkunstverein und der Kunsterzieherin Ilka Brosch von der Lichtenbergschule. Unterstützt werden sie unter anderem vom Künstler Uli Muders und Kuratorin Ute Ritschel. Insgesamt waren rund 300 Schülerinnen und Schüler aus 13 Klassen der Jahrgangsstufen 6 bis Q2 an der Entwicklung beteiligt.
Der neue Lernort befindet sich auf dem Gelände des Internationalen Waldkunstzentrums nahe der Bessunger Kiesgrube. Bevor dort unterrichtet werden konnte, musste das Gelände zunächst von dichtem Bewuchs befreit werden. Anschließend entstand unter Leitung von Schreinermeister und Pädagoge Fred Schneidersmann eine vielseitige Holzstruktur aus Douglasie, Robinie und Eiche.
Herzstück ist eine mehrstufige Plattform für Unterricht, Vorträge und Versammlungen. Ergänzt wird sie durch Bereiche für Gruppenarbeit, Rückzugsmöglichkeiten sowie flexibel nutzbare Ausstellungsflächen.
Kunstprojekte zum Thema Demokratie und Nachhaltigkeit
Inhaltlich orientiert sich das WaldKUNSTklassenzimmer am Motto „Demokratischer Wald / Democratic Forest“ des diesjährigen Internationalen Waldkunstpfads, der von August bis Oktober 2026 im Forst am Böllenfalltor stattfindet.
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich dabei mit dem Wald als Lebensraum und erforschten Themen wie Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung. Der künstlerische Prozess soll demokratische Prinzipien erfahrbar machen und Raum für kreativen Austausch schaffen.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung entstanden erste Kunstwerke. Die Klasse 6a gestaltete Lehmobjekte mit Naturmaterialien und half bei der Ausgestaltung des Geländes. Die Klasse 9e installierte überdimensionale Pilzobjekte an den Bäumen. Tänzerische Blättermandalas steuerte die Klasse 6b bei.

Langjährige Kooperation wird fortgesetzt
Das WaldKUNSTklassenzimmer setzt die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Waldkunstverein und der Lichtenbergschule fort. Unterstützt wird das Projekt durch den Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, die Wissenschaftsstadt Darmstadt, den Förderverein der Lichtenbergschule sowie weitere Partner.
Auch der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt beteiligt sich mit einem eigenen Waldkunstprojekt. Insgesamt standen rund 20.000 Euro für Material und Honorare zur Verfügung.
Lernort mit Entwicklungspotenzial
Die Initiatoren verstehen das WaldKUNSTklassenzimmer als langfristiges Projekt. In den kommenden Jahren soll der Lernort durch weitere Kunstwerke, bauliche Ergänzungen und neue Projekte mit Schülerinnen und Schülern weiter wachsen.
Neben dem pädagogischen Mehrwert bietet der Standort auch unmittelbare Naturerfahrungen. Während der Arbeiten wurden bereits zahlreiche Tierarten beobachtet, darunter Blindschleichen, Füchse, Hasen, Mäusebussarde und sogar der seltene Pirol.
(DARMSTADT – RED/PM)
Beitragsbild: Angeregt diskutieren David-Alexander, Julieta, Paula, Elisa und Jonathan in der „Kuschelecke“ des WaldKUNSTklassenzimmers neue Projekte.. Alle Fotos: C. Ehry
