Darmstadt plant ein Erbbaurecht über 50 Jahre – Räume sollen unter anderem von Frauenvereinen und der Kirchengemeinde genutzt werden
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt will einen Großteil des bisherigen Gemeindezentrums der evangelischen Andreasgemeinde übernehmen. Vorgesehen ist ein Erbbaurecht über 50 Jahre. Der Magistrat hat die Verwaltung beauftragt, die weiteren Schritte und die vertragliche Ausgestaltung vorzubereiten. Eine endgültige Übernahme ist damit noch nicht erfolgt. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Das Anwesen liegt östlich der Heidelberger Straße und nördlich der Radrennbahn. Wohnung und Pfarrbüro im östlichen Bereich sollen bei der Andreasgemeinde verbleiben. Der übrige Grundstücksteil soll zunächst vermessen und anschließend der Stadt im Erbbaurecht übertragen werden. Hintergrund ist nach Angaben der Stadt, dass die evangelische Kirche für diesen Teil des Gemeindezentrums keine eigene Verwendungsmöglichkeit mehr sieht. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Rund 150.000 Euro für erste Arbeiten veranschlagt
Mit der geplanten Übernahme sind Investitionen und bauliche Risiken verbunden. Festgestellt wurden unter anderem Nässeschäden. Zudem befindet sich die Heizung für die künftig städtisch genutzten Räume auf dem Grundstücksteil, der bei der Kirche verbleiben soll. Die Nutzung der Heizung müsste daher vertraglich geregelt werden. Wegen des Gebäudealters rechnet die Stadt außerdem in den kommenden Jahren mit weiterem Sanierungsbedarf. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Für Erneuerung und Instandsetzung unter anderem von Beleuchtung, elektrischen Verteilern, Sicherheitsbeleuchtung, Steckdosen und Blitzschutz werden derzeit rund 100.000 Euro netto angesetzt. Einschließlich eines Risikoaufschlags geht die Stadt aktuell von etwa 150.000 Euro netto aus. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtkämmerer André Schellenberg verweist deshalb auf die finanziellen und baulichen Risiken. Die Auswirkungen müssten transparent dargestellt und die notwendigen vertraglichen Regelungen abgesichert werden, erklärte er.
Frauenvereine sollen neue Räume erhalten
Geplant ist insbesondere, zwei Frauenvereine in dem Gemeindezentrum unterzubringen. Sie sollen aus ihren bisherigen Räumen in der Kyritzschule ausziehen, da diese künftig für schulische Zwecke benötigt werden. Damit soll nach Angaben von Sozial- und Frauendezernentin Barbara Akdeniz weiterhin ein Frauenzentrum zur Verfügung stehen. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Andreasgemeinde soll das Gebäude ebenfalls weiterhin nutzen können. Vorgesehen sind für die Gemeindearbeit zwei der sieben Räume, der Gemeindesaal, der Innenhof sowie anteilig zwei Kellerräume. Für Gottesdienste sowie kirchliche, diakonische und ökumenische Veranstaltungen soll die Nutzung grundsätzlich unentgeltlich möglich sein. Das Nutzungsrecht der Kirche soll über eine Dienstbarkeit im Grundbuch abgesichert werden. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Bis zu 30 im Voraus festgelegte Gottesdienste pro Jahr im Gemeindesaal sollen Vorrang haben. Bei den übrigen Terminen soll grundsätzlich ein berechtigtes eigenes Nutzungsinteresse der Stadt vorgehen. Die Verkehrssicherungspflicht für den von der Stadt übernommenen Gebäudeteil würde bei der Stadt liegen. Wissenschaftsstadt Darmstadt
Oberbürgermeister Hanno Benz sieht in der geplanten Übernahme die Möglichkeit, den bestehenden Standort für soziale und gemeinschaftliche Nutzungen zu erhalten und Vereinen Räume zur Verfügung zu stellen.
Mit dem Magistratsbeschluss können nun die Verhandlungen und die Ausarbeitung der Verträge fortgesetzt werden.
(DARMSTADT – RED/PSD/ho)

