Armin Schwarz besucht die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf erneut – Gespräche über innovative Lernkonzepte und Bildungsfinanzierung
Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf hat erneut Besuch von Hessens Kultusminister Armin Schwarz erhalten. Nachdem er bereits Ende September unmittelbar nach der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2026 persönlich gratuliert hatte, kehrte er Anfang November zu einem offiziellen Gratulations- und Gesprächstermin zurück. Im Mittelpunkt standen der Erfolg der Schule, ihre besonderen Lernkonzepte und die Herausforderungen für die weitere Schulentwicklung.
Die Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe hatte als erste hessische Schule den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis des Deutschen Schulpreises gewonnen. Damit wurde sie als Deutschlands beste Schule 2026 ausgezeichnet.
Auszeichnung für kontinuierliche Schulentwicklung
In der Aula begrüßte Schulleiterin Ute Zeller neben dem Kultusminister auch Landrat Thomas Will, die Landtagsabgeordneten Kerstin Geis und Ines Claus sowie Vertreter des Staatlichen Schulamts und der Robert Bosch Stiftung, die den Deutschen Schulpreis vergibt. Auch Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler nahmen an der Veranstaltung teil.
Zeller bezeichnete den Schulpreis als „außergewöhnliche Auszeichnung für kontinuierliche und nachhaltige Arbeit“.
Kultusminister Armin Schwarz würdigte die Bertha-von-Suttner-Schule als innovative, inklusive und zukunftsorientierte Bildungseinrichtung. Der Erfolg sei eine Gemeinschaftsleistung der gesamten Schulgemeinde mit ihren fast 2.000 Schülerinnen und Schülern. Er dankte der Schulleiterin und ihrem Team für ihr Engagement und verwies auf frühere Auszeichnungen sowie die Unterstützung durch Förderprogramme des Landes Hessen.
Landrat fordert bessere Bildungsfinanzierung
Auch Landrat Thomas Will zeigte sich erfreut über den Erfolg der Schule. Besonders bemerkenswert sei, dass eine Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe den Hauptpreis gewonnen habe.
„Wie oft haben wir uns darüber unterhalten, mit welch negativen Prognosen manche Schülerinnen und Schüler hier ankommen – und wie diese Prognosen dank der guten Arbeit der Schule am Ende Lügen gestraft werden“, sagte Will an die Schulleitung gerichtet.
Zugleich betonte der Landrat, dass der Schulpreis nichts sei, „worauf wir uns ausruhen dürfen“.
Der Kreis Groß-Gerau wolle als Schulträger sowohl die Bertha-von-Suttner-Schule als auch seine anderen Schulen kontinuierlich weiterentwickeln. Dafür seien jedoch ausreichende finanzielle Mittel erforderlich.
Will sprach sich deshalb für eine veränderte Bildungsfinanzierung aus, bei der neben den Ländern auch der Bund stärker Verantwortung übernimmt.
Künstliche Intelligenz im Chemieunterricht
Bei einem anschließenden Unterrichtsbesuch erhielten die Gäste Einblicke in die praktische Arbeit der Schule. Im Chemieunterricht konnten sie beobachten, wie Schülerinnen und Schüler mithilfe Künstlicher Intelligenz in Kleingruppen unterschiedliche Aufgaben bearbeiteten.
Dabei kamen die Besucher mit den Jugendlichen über die besonderen Lernmethoden ins Gespräch. Landrat Thomas Will erfuhr außerdem, an welchen Stellen der Kreis als Schulträger mit seiner IT-Abteilung zusätzliche Unterstützung leisten könnte.
Ältere Schülerinnen und Schüler berichteten anschließend über die Lernatmosphäre an der Bertha-von-Suttner-Schule. Dazu gehören selbstgesteuertes Lernen und die Möglichkeit, den Einsatz Künstlicher Intelligenz in einem geschützten Rahmen zu erproben.
Individuelle Förderung statt starrer Strukturen
Schulleiterin Ute Zeller und weitere Lehrkräfte erläuterten, welche Voraussetzungen notwendig sind, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden.
„Wir müssen weg von viel Verwaltung, hin zu mehr Gestaltung“, erklärte Zeller.
Gerade an einer großen Schule sei es wichtig, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums zu stärken.
Ziel sei es, kein Kind zurückzulassen. Dazu gehören nach Auffassung der Schule eine wertschätzende Lernatmosphäre, individuelle Förderung, Unterstützung beim Spracherwerb und die Arbeit in kleineren Gruppen.
Ebenso wichtig seien die Berücksichtigung der persönlichen Lebensgeschichten der Schülerinnen und Schüler sowie ein zeitgemäßer Umgang mit digitalen Technologien.
Schulgemeinschaft entscheidet über Preisgeld
Dass Gemeinschaft an der Bertha-von-Suttner-Schule eine wichtige Rolle spielt, soll sich auch bei der Verwendung des Preisgeldes zeigen.
Über den nachhaltigen Einsatz der 100.000 Euro soll gemeinsam innerhalb der Schulgemeinde entschieden werden.
Damit soll der Deutsche Schulpreis nicht nur eine Anerkennung der bisherigen Arbeit bleiben, sondern auch zur weiteren Entwicklung der Schule beitragen.
(KREISS GROSS-GERAU – RED/PSKGG)
Beitragsbild: Auf dem Foto (von links): Stellvertretender Schulleiter Anthony Amokwe, die beiden Landtagsabgeordneten Ines Claus und Kerstin Geis, Schulleiterin Ute Zeller, Kultusminister Armin Schwarz, Landrat Thomas Will und Dr. Stella Voutta, Bereichsleiterin Bildung der Robert Bosch Stiftung. Foto: Kreisverwaltung


