Regierungspräsidium genehmigt neue Kühltechnik – ENTEGA will Energieeffizienz steigern und Lärmbelastung reduzieren
Die Modernisierung des Müllheizkraftwerks Darmstadt (MHKW) geht weiter. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Ertüchtigung des Luftkondensators 3 sowie die Erneuerung der Hybridkühler genehmigt. ENTEGA kann damit weitere technische Maßnahmen umsetzen, die die Energieeffizienz des Kraftwerks erhöhen und zugleich den Lärmschutz für die Umgebung verbessern sollen.
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt übergab den Genehmigungsbescheid am Dienstag, 18. August 2026, im Verwaltungsgebäude des Müllheizkraftwerks in der Otto-Röhm-Straße an Vertreterinnen und Vertreter der ENTEGA AG und des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS).
„Mit dieser Genehmigung schaffen wir die Grundlage für die weitere technische Modernisierung des Müllheizkraftwerks Darmstadt als einer der wichtigsten Entsorgungsanlagen in Südhessen“, erklärte Hilligardt. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass der Schutz von Menschen und Umwelt auch künftig den geltenden Anforderungen entspreche.
Neue Technik soll effizienter und leiser arbeiten
Ein wesentlicher Bestandteil der jetzt genehmigten Maßnahmen ist die Erneuerung des Luftkondensators 3. Ein solcher Kondensator kühlt den im Kraftwerksprozess entstehenden Dampf mithilfe von Luft ab und kondensiert ihn wieder zu Wasser.
Durch bauliche Veränderungen und den Einsatz neuer, besonders leiser Ventilatoren soll die Luftzirkulation verbessert und die maximale thermische Leistung erhöht werden. Gleichzeitig soll die Lärmbelastung in der Umgebung sinken. Das gilt insbesondere für die Nachtstunden, in denen die Ventilatoren mit reduzierter Drehzahl betrieben werden.
Auch die vier bestehenden Hybridkühler auf dem Dach des Müllheizkraftwerks werden ersetzt. Die neuen, schallärmeren Anlagen sollen effizienter arbeiten und die Leistungssteigerung des Luftkondensators unterstützen. Hybridkühler kombinieren Luft und Wasser zur Kühlung und können dadurch flexibel auf unterschiedliche Betriebsbedingungen reagieren.
Der bisherige Luftkondensator 2 bleibt zunächst in Betrieb. Erst wenn die neuen Anlagen vollständig in Betrieb genommen sind, soll er zurückgebaut werden. Luftkondensator 1 wurde bereits zuvor stillgelegt und entfernt. Die Leistungsdaten und der sonstige Betrieb des Müllheizkraftwerks bleiben nach Angaben der Beteiligten von den jetzt genehmigten Veränderungen unberührt.
„Standort nachhaltig und zukunftssicher aufstellen“
Für den Zweckverband Abfallverwertung Südhessen ist die Investition Teil der langfristigen Sicherung des Standorts. „Als Zweckverband tragen wir Verantwortung für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Abfallverwertung in Südhessen“, erklärte Landrat und ZAS-Verbandsvorsitzender Klaus Peter Schellhaas. Moderne und effiziente Anlagentechnik sei notwendig, um den steigenden Anforderungen auch künftig gerecht zu werden.
ENTEGA-Vorständin Dr. Julia Klinger verwies zudem auf die Bedeutung des Kraftwerks für Darmstadt: „Für Darmstadt hat das Müllheizkraftwerk eine doppelte Bedeutung: als wichtiger Standort der Abfallverwertung und als verlässlicher Anker der kommunalen Wärmeversorgung.“
„Mit dieser Modernisierung setzen wir einen wichtigen Meilenstein für das MHKW“, ergänzt ENTEGA-Gesamtprojektleiter Markus Sattler. Das Unternehmen investiere gezielt in neue Technik, um den Standort nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen.

Umbau des Müllheizkraftwerks läuft seit mehreren Jahren
Die jetzt genehmigten Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Modernisierung des Darmstädter Müllheizkraftwerks. Bereits im Dezember 2023 hatte das Regierungspräsidium Darmstadt den Umbau und die Modernisierung im Rahmen eines immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens genehmigt.
Neben der bestehenden Verbrennungslinie 3 entsteht die neue Verbrennungslinie 4, in der am 13. Mai 2026 erstmals Müll verbrannt wurde. Zusätzlich wird eine Linie 5 zur Behandlung von Klärschlamm errichtet, deren Inbetriebnahme für 2028 vorgesehen ist. Die älteren Verbrennungslinien 1 und 2 werden schrittweise außer Betrieb genommen und zurückgebaut.
Das Müllheizkraftwerk gehört dem Zweckverband Abfallverwertung Südhessen. ENTEGA ist für den operativen Betrieb der Anlage verantwortlich.
(DARMSTADT – RED/ENTEGA)
Beitragsbild: Freude über den erfolgreichen Abschluss des Projektes und die Übergabe des Förderbescheides: (v.li.: Dr. Julia Klinger, Vorstand ENTEGA AG, Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt, Landrat Klaus Peter Schellhaas, Ben Herdin Lüttges, ENTEGA AG

